Global Gold AG: Drastische Wertverluste für Anleger

Globalgold AG Siegfried-TalerDie 2011 gegründete Global Gold AG mit Sitz in Berlin bietet auf ihrer elegant gestalteten Internetseite diverse Edelmetallprodukte an. Interessierte Anleger können zwischen Barren oder Münzen, in Gold oder in Silber wählen. Dabei wird auf dem Internetportal ganz besonders mit der angeblichen Sicherheit der Produkte geworben. In einem Statement des Global Gold AG-Vorstandsvorsitzenden Andreas Piesik ist dort u.a. zu lesen:

 

„Das Herzstück unserer Unternehmensphilosophie ist Sicherheit. Für die meisten unserer Kunden ist der Wunsch nach Sicherheit – in guten und in schlechten Zeiten – die Hauptmotivation dafür, physische Edelmetalle zu erwerben. Diesem Wunsch gerecht zu werden ist die wichtigste Verantwortung der Global Gold AG.“

Trotz dieser Versprechen scheinen sich die Edelmetall-Produkte der Global Gold AG für die Investoren nun als Verlust-Geschäft herauszustellen

Dem Finanznachrichtendienst GoMoPa (Goldman Morgenstern & Partners) liegt laut Pressemitteilung vom 21.10.2019 die Verkaufsabrechnung eines Gold- und Silberkäufers vor. Laut Urkunde wurden für den Kunden der Global Gold AG im Februar 2019 Gold und Silber zum Listenpreis für insgesamt knapp 50.000 EUR eingelagert, nachdem dieser bereits im November den Kaufpreis zzgl. Agio an den Händler überwiesen hatte. Der Edelmetallkäufer hatte sich für ein sogenanntes Siegfriedtaler Gold-Set und einen Siegfriedtaler Silber entschieden. Drei Monate später erhielt der Investor eine Nachricht über die Rückkaufswerte. Demnach stellten die Rückkaufswerte gegenüber dem überwiesenen Geld einen Verlust von ca. 25.000 EUR dar.

„Das entspricht einem Geldverlust innerhalb eines halben Jahres von 47,25 %.“, so GoMoPa.

Dem Finanznachrichtendienst zufolge handelt sich dabei nicht um einen Einzelfall.

 

Neben der Global Gold AG als Vertriebsunternehmen gehört auch die Global Gold Precious Coins GmbH, die in den Kaufvertragsbestätigungen auftaucht, zum Firmengeflecht. Laut GoMoPa verzeichnet diese Schwesterfirma ein beachtliches Wachstum, welches in Zusammenhang mit den Verlusten der Global Gold-Anleger stehen könnte.

Hohe Verluste besonders bei Siegfriedtalern der Global Gold AG

Die Global Gold AG, die im Handelsregister als Globalgold AG eingetragen ist, vertreibt über ein bundesweites Vertriebsnetz über die Global Gold Precious GmbH in Deutschland und Österreich vor allem goldhaltige Medaillen an Kleinanleger. Während auf der Webseite der Global Gold AG auch der Verkauf von Goldbarren und Goldmünzen angeboten wird, werden in der Praxis nahezu ausschließlich sogenannte Siegfriedtaler verkauft. Der als einer der sichersten und profitabelsten Kapitalanlagen angepriesene Kauf von Goldmünzen entpuppt sich jedoch als Verlustbringer.

Siegfriedtaler der Global Gold AG sind keine Edelmetallmünzen

Bei den vermittelten Siegfriedtalern handelt es sich nämlich nicht um besondere „Münzen“, sondern lediglich um Medaillen, welche keinen Nennwert ausweisen, so dass sie reine Sammlerstücke darstellen. Der Edelmetallwert der Medaillen liegt allerdings nur bei einem Bruchteil des verlangten Kaufpreises, obwohl die Verkaufsgestaltung den irreführenden Eindruck vermittelt, man würde zu einem börsentäglichen Kurs in Gold investieren. Für Anleger, die in einen steigenden Goldkurs investieren wollten, sind die verkauften Gold- und Silbermedaillen entgegen der dahingehenden Bewerbung nicht geeignet.

Siegfriedtaler mit eingeschränkter Handelbarkeit

Als Medaillen aus Edelmetall gibt es für diese nur eine Handelbarkeit zum reinen Materialwert. Dieser liegt nur bei einem Bruchteil des Kaufpreises. Einen Markt, der für die Siegfriedtaler Sammlerpreise zahlt, konnte bisher nicht ausgemacht werden. Zahlreiche Anleger haben bereits vergeblich versucht ihre Medaillen zu einem Wert zu veräußern, der an den Kaufpreis reicht.

Siegfriedtaler der Global Gold AG umsatzsteuerpflichtig

Erschwerend kommt bei der Veräußerung der Siegfriedtaler hinzu, dass diese im Falle des Verkaufs, anders als Goldmünzen, nicht von der Umsatzsteuer befreit sind. Kommt es also – wie bisher hier bekannt – nicht zu einem gewinnbringenden Ankauf über die Global Gold AG, ist bei einer Auslieferung der Gold- und Silbermedaillen an den Anleger mit dem Anfall von Umsatzsteuer auf den vollen Einfuhrwert zu rechnen.

Keine Einzelverwahrung der Kundenbestände

Die Einlagerungen der Kundenbestände erfolgen zudem nicht separat, sondern in Sammelverwahrung in Treuhänderschaft der Global Gold PD Europe GmbH. Dies führt dazu, dass der Kunde nicht wie ein Eigentümer ein ihm gehörendes Anlagegold herausverlangen kann, sondern lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch aus dem Treuhandverhältnis auf Lieferung eines Edelmetalls gleicher Güte hat. In der Insolvenz führt dies nur zu einem Anspruch zur Befriedigung aus der Insolvenzmasse, wie dies bereits bei der insolventen Pim Gold GmbH aktuell geschieht.

Verjährung von Ansprüchen droht

Die Geltendmachung von Rückabwicklungs- oder Schadensersatzsprüchen tritt ein, wenn mehr als drei Jahre nach Kenntnis von dem Schaden und den schadensbegründenden Umständen erst der Anspruch geltend gemacht wird.

 

Der Fachanwaltskanzlei für Bank- und Kapitalmarkrecht Bender & Pitzmann aus Düsseldorf liegen zahlreiche Vertragswerke vor, aus denen sich der Kauf und die Einlagerung von Siegfriedtalern aus Gold und Silber ergibt. In keinem Fall hat die Globalgold AG bzw. Global Gold Precious GmbH ein Rückkaufsangebot gemacht, das über dem Materialwert liegt. Stellen, welche die Siegfriedtaler zu Sammlerpreisen ankaufen, die über dem reinen Materialwert liegen, sind bislang nicht bekannt.

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Die im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Bender & Pfitzmann aus Düsseldorf hat eine kostenlose Ersteinschätzung für betroffene Global Gold Anleger eingerichtet, in welcher die abgeschlossenen Vertragswerke geprüft werden.

 

Bereits in anderen Fällen hat sich der Handel mit physischem Gold als unseriöse Geldanlage herausgestellt. Häufig wurden bereits Warnungen von der BAFIN (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) veröffentlicht, bevor der Anlagebetrug einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.

 

Die Rechtsanwälte Bender & Pfitzmann sind schwerpunktmäßig in den Bereichen Bankrecht, Kapitalmarktrecht und Versicherungsrecht tätig. Als Anlegerschutzkanzlei beraten und vertreten sie bundesweit Anleger mit geschlossenen Fonds und unterstützen bei allen Rechtsfragen im Zusammenhang mit gescheiterten Kapitalanlagen. Die Fachanwälte der Kanzlei Bender & Pfitzmann verfügen über große Erfahrungen und Erfolge im außergerichtlichen und gerichtlichen Vorgehen.

 

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bankrecht Dr. Johannes Bender rät den Anlegern mit derartigen Direktinvestments frühzeitig fachanwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen, welche weiteren Möglichkeiten es für Anleger gibt, ihr Kapital zurückzuerhalten. Nehmen Sie daher jetzt Kontakt auf und nutzen Sie die kostenlose Ersteinschätzung der Kanzlei Bender & Pfitzmann.

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