Beitrag: Green City Gesellschaften insolvent: Soforthilfe für Anleger

Die Green City-Unternehmensgruppe versteht sich laut eigenen Angaben als ganzheitlicher Anbieter für Entwicklung, Bau, Finanzierung und Betrieb von Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Europa. Zahlreiche Anleger hatten in die Anleihen des Münchener Konzerns zur Finanzierung von Windkraft-, Biogasanlagen oder Solarparks investiert.

 

Stiftung Warentest gibt in einem Artikel vom 27.01.2022 an, Green City hätte insgesamt rund 245 Millionen Euro von Anlegern eingesammelt. Diese befürchten nun den Totalverlust des eingesetzten Geldes.

Green City Gesellschaften insolvent

Nachdem Restrukturierungsbemühungen gescheitert waren, hatten Ende Januar 2022 zunächst die Muttergesellschaft, die Green City AG, sowie die GCE Kraftwerkspark I GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München beantragt.

 

Am 15.02.2022 folgten Insolvenzanträge der folgenden weiteren Konzerngesellschaften:

Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG insolvent

Die Kraftwerkspark II emittierte die Inhaberschuldverschreibung (Tranche A) WKN A161MQ über einen Gesamtnennbetrag von 18 Mio. EUR und einer Laufzeit bis 30.12.2023 sowie die Inhaberschuldverschreibung (Tranche B) WKN A161MR, über einen Gesamtnennbetrag von EUR 6,2 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 30.12.2033.

Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG insolvent

Die Kraftwerkspark III emittierte die Inhaberschuldverschreibung (Tranche A) WKN A2AALN über einen Gesamtnennbetrag von 36 Mio. EUR und einer Laufzeit bis 30.12.2026 sowie die Inhaberschuldverschreibung (Tranche B) WKN A2AALP über einen Gesamtnennbetrag von EUR 9,1 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 30.12.2036 und schließlich die Inhaberschuldverschreibung mit der WKN A2G8V8 über einen Gesamtnennbetrag von 5,9 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 30.12.2026.

Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG insolvent

Die Green City Solarimpuls I GmbH & Co KG emittierte die Inhaberschuldverschreibung mit der WKN A2GSTH über 15 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 30.09.2023 und einer Maximallaufzeit bis 30.09.2037.

Betroffene Investoren sollten nicht zögern, fachanwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, das investierte Kapital zurückzuerhalten.

GLS Gemeinschaftsbank eG vermittelt Totalverlust

Die GLS Gemeinschaftsbank eG mit Sitz in Bochum hat an zahlreiche geschädigte Anleger Anteile der nun insolventen Unternehmen vermittelt. So hieß es noch vor sieben Jahren bei der Platzierung des Kraftwerkspark II auf der Webseite von Green City AG wörtlich:

 

„Ab August 2015 wird auch die GLS Bank die Anleihen im Angebot haben. Mittels eigens für die GLS Bank konzipierten Inhaberschuldverschreibungen können sich Bankkunden nun am wirkungsvollen Ausbau der Erneuerbaren Energien in Europa beteiligen. Green City Energy und die GLS Bank arbeiten bereits seit Jahren erfolgreich in der Projektfinanzierung zusammen.“

 

Gerade wenn mit einer strengen Auswahl bei der Aufnahme von Klimafonds in das bankeigene Portfolio geworben wird, darf der Kunde ein gesteigertes Vertrauen haben, dass ein Totalverlust nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen ist. Dieses Anlegervertrauen wurde mit der Reihe von Insolvenzanmeldungen aus der Green-City-Gruppe maßlos enttäuscht.

GLS Gemeinschaftsbank eG nimmt Einfluss auf Vertreterbestellung

Nun auch noch das: Auf der eigenen Webseite der GLS Gemeinschaftsbank eG wird den Kunden ein direkter Weg aufgezeigt und um Einverständniserklärungen geworben sowie ein Antwortformular vorgehalten, mit dem ein von der GLS Gemeinschaftsbank eG konkret benannter Rechtsanwalt als gemeinsamer Vertreter der Rechte aller Anleihegläubiger bevollmächtigt werden soll.

 

Warum die platzierende und vermittelnde Bank nun selbst einen Anwalt als gemeinsamen Vertreter vorschlägt ist nicht nur ungewöhnlich. Die Empfehlung eines Anwalts durch den Schadensverursacher an den Geschädigten ist mit Vorsicht zu begegnen. Denn die Zielrichtung könnte nicht nur in einer Serviceleistung liegen, sondern das Ziel verfolgen, den Fortgang des Verfahrens zu kontrollieren und selbst aus dem Fokus etwaiger Regressansprüche zu gelangen.

Green City: Schadenersatzansprüche gegen Prospektveranlasser und Banken prüfen

Betroffene Anleger sollten sich über die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren hinaus über ihre weiteren Handlungsoptionen informieren, um das investierte Geld zurückzuerhalten. Denn für die Anleger besteht die Möglichkeit zur Geltendmachung der Schadenersatzansprüche gegenüber unterschiedlichen Anspruchsgegnern.

 

Einerseits können Prospektveranlasser bei einem fehlerhaften Prospekt und einer fehlerhaften Konzipierung haften. Andererseits können gegen die vermittelnde Bank Schadenersatzansprüche bestehen. Ein Anlagevermittler ist dazu verpflichtet, das jeweilige Produkt auf Plausibilität zu überprüfen. Eine Bank ist sogar zu einer bankkritischen Prüfung verpflichtet. Denn nur so kann beurteilt werden, ob die Wirtschaftlichkeit und die Sicherheit der Kapitalanlage gegeben sind. Sollte dies nicht der Fall sind, muss der Vermittler den Anleger bei dem Beratungsgespräch auf diesen Umstand hinweisen. Ansonsten stehen dem Anleger Ansprüche auf Schadenersatz zu.

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Die im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Bender & Pfitzmann aus Düsseldorf bietet Anlegern, die in Anleihen der Green-City-Gruppe investiert haben, eine unabhängige Vertretung der Interessen im Insolvenzverfahren sowie eine umfassende Prüfung und Geltendmachung Ihrer Schadenersatzansprüche an, ohne dabei nur auf einen möglichen Anspruchsgegner begrenzt zu sein.

 

Die Rechtsanwälte Bender & Pfitzmann sind schwerpunktmäßig in den Bereichen Bankrecht, Kapitalmarktrecht und Versicherungsrecht tätig. Als Anlegerschutzkanzlei beraten und vertreten sie bundesweit Anleger und unterstützen bei allen Rechtsfragen im Zusammenhang mit gescheiterten Kapitalanlagen. Die Fachanwälte der Kanzlei Bender & Pfitzmann verfügen über große Erfahrungen und Erfolge im außergerichtlichen und gerichtlichen Vorgehen.

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